Akkordeonale 2014

Servais Haanen

In den vergangenen Jahren hat sich das Akkordeon als echter Publikumsliebling erwiesen. Auf der Akkordeonale, dem weltweit einzigen tourenden Akkordeon-Festival, begeistert es jedes Jahr tausende von Menschen.

Kaum findet sich ein Kulturkreis, den diese eigenwillige Wunderkiste nicht erobert hat, kaum eine Stilart, in der es sich nicht zu Hause fühlt.

So lädt der Niederländer Servais Haanen zum sechsten Mal Musiker aus aller Welt ein, gemeinsam die kulturelle Vielfalt des Akkordeons zu feiern.

Erneut taucht die Akkordeonale in die Klangwelten eines Weltbürgers unter den Instrumenten ein, fernab vom einschlägigen Klischee gemütlicher volkstümelnder Biederkeit. Hier bekommt man prallen musikalischen Reichtum zu hören: von traditionell bis zeitgenössisch, folkloristisch, exotisch, jazzig, virtuos und temperamentvoll — ein Füllhorn stilistischer Formen und klanglicher Möglichkeiten.

Dieses Jahr geht die musikalische Reise von Brasilien über Belgien und Serbien in den Iran, wie immer mit Zwischenstopp in den Niederlanden.

Gaucho-Musik vom Rodeo-Fest trifft auf atemberaubende serbische Akkordeon-Virtuosität, Musette-Perlen und niederländische Klangästhetik begegnen Jazz aus dem Land der Scheherazade, umrahmt von portugiesischer Fado-Gitarre und Cello.

Politische Differenzen erscheinen unwichtig, Grenzen werden beiseite geschoben, der frische globale Wind aus fünf Akkordeonbälgen vermischt die Kulturen. Die Musiker kommunizieren in ihrer gemeinsamen Sprache, der Musik, in einem lebendigen Wechsel von Solos und Ensemblestücken.

Wenn Servais Haanen die musikalischen Fäden zieht und die vielfältigen Klangmöglichkeiten zu einem Ganzen verwebt, lassen Improvisationstalent und Spontaneität aller Musiker das Ensemble wie von selbst zu einer Einheit werden.

Gleich einer Momentaufnahme ist das Festival ein einmaliges Ereignis, intensiv und spannend, ein Fest der Klänge…

Sehen — Hören — Genießen!

Mitwirkende:

Adriana de Los Santos (Brasilien)
Gaucho-Feuer aus der Pampa
Gulam Kerimzade (Iran)
Jazz aus tausendundeiner Nacht
Raquel Gigot (Belgien)
Stern am Musette-Himmel
Jordan Djevic (Serbien)
Balkan Passion
Servais Haanen (Niederlande)
Der Meister feiner Klänge

Begleitmusiker:

Rafael Fraga (Portugal)
Portugiesische Fado-Gitarre
Johanna Stein (Deutschland)
Cello

Mehr oder we­ni­ger lie­be­voll ti­tu­liert als Quetsch­kom­mo­de, Schif­fer­kla­vier, Schwei­ne­or­gel, Bla­se­balg der Höl­le  o­der asth­ma­ti­scher Wurm, be­sitzt das Ak­kor­de­on min­des­tens e­ben­so­viel Charme wie Na­men. Und ob­wohl vie­le das Instrument lieben, es selbst spielen oder eins auf dem Dachboden ste­hen ha­ben, wis­sen die we­nigs­ten Leu­te von der wil­den Kar­ri­e­re und dem welt­wei­ten Ein­fluss die­ser ei­gen­wil­li­gen Wun­der­kis­te.

Wie kaum ein zwei­tes Ins­tru­ment hat sich das ver­gleichs­wei­se jun­ge Ak­kor­de­on (er­fun­den 1829) in ei­ner a­tem­be­rau­ben­den Ge­schwin­dig­keit ü­ber Lan­des- und Kon­ti­nen­tal­gren­zen hin­weg ver­brei­tet. Mas­sen­wei­se ex­portiert in die Ko­lo­ni­en o­der im Hand­ge­päck ein­ge­schleppt von E­mi­gran­ten schuf es sich ei­nen nicht mehr weg­zu­den­ken­den Platz in der Mu­sik der gan­zen Welt.

Ei­gent­lich kann man nicht von dem Ak­kor­de­on spre­chen, da das Ins­tr­ument im­mer wie­der um­ge­baut, ver­än­dert, ver­fei­nert und an die lo­ka­len Be­dürf­nis­se an­ge­passt wur­de – da­raus ent­stan­den ver­schie­de­ne Ins­tru­men­ten­ty­pen, die sich durch un­ter­schied­li­che Sys­te­me, Grös­sen, Form, Ton­um­fang und Spiel­tech­nik un­ter­schei­den.

Mit freundlicher Unterstützung durch:

Akkordeon Magazin Music Contact Bernhard Zimmermann Hohner
Hintergrundbild