Akkordeonale 2013
Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass das Akkordeon ein echt cooles Instrument ist. Kaum ein Kulturkreis, den die eigenwillige Wunderkiste nicht erobert hat, kaum eine Stilart, in der es sich nicht zu Hause fühlt.
Zum fünften Mal lädt der Niederländer Servais Haanen Musiker aus aller Herren Länder, die kulturelle Vielfalt des Akkordeons zu zelebrieren.
Und einmal mehr taucht die Akkordeonale ein in die Klangwelten eines Weltbürgers unter den Instrumenten, fernab vom einschlägigen Klischee gemütlicher volkstümelnder Biederkeit. Hier bekommt man seinen prallen musikalischen Reichtum zu hören: von traditionell bis zeitgenössisch, folkloristisch, exotisch, virtuos und temperamentvoll – ein Füllhorn stilistischer Formen und klanglicher Möglichkeiten.
Dieses Jahr führt die musikalische Reise von West-, Ost- und Südeuropa in den nahen und fernen Osten.
Ungerade Rhythmen aus Griechenland treffen auf mikrotonalen Seelenbalsam aus der Türkei, chinesische Hirtenmusik und Peking Oper begegnen polnischem Tasten-Adrenalin und niederländischer Klangästhetik, umrahmt von Rahmentrommel, Darbuka und Hackbrett.
Politische Differenzen erscheinen unwichtig, Grenzen werden beiseite geschoben, wenn der frische globale Wind aus fünf Akkordeonbälgen die Kulturen vermischt und die Musiker in der gemeinsamen Sprache der Musik kommunizieren, was sich besonders in den Ensemble-Stücken erleben lässt.
Mit trockenem Humor, Anekdoten über die Musiker und allerlei Wissenswertem über die Instrumente und Stile rundet Servais Haanen das Programm ab. Das Festival ist eine einmalige Momentaufnahme, ein intensives, spannendes Erlebnis, ein Fest der Klänge…
Sehen — Hören — Genießen!
Mehr oder weniger liebevoll tituliert als Quetschkommode, Schifferklavier, Schweineorgel, Blasebalg der Hölle oder asthmatischer Wurm, besitzt das Akkordeon mindestens ebensoviel Charme wie Namen. Und obwohl viele das Instrument lieben, es selbst spielen oder eins auf dem Dachboden stehen haben, wissen die wenigsten Leute von der wilden Karriere und dem weltweiten Einfluss dieser eigenwilligen Wunderkiste.
Wie kaum ein zweites Instrument hat sich das vergleichsweise junge Akkordeon (erfunden 1829) in einer atemberaubenden Geschwindigkeit über Landes- und Kontinentalgrenzen hinweg verbreitet. Massenweise exportiert in die Kolonien oder im Handgepäck eingeschleppt von Emigranten schuf es sich einen nicht mehr wegzudenkenden Platz in der Musik der ganzen Welt.
Eigentlich kann man nicht von dem Akkordeon sprechen, da das Instrument immer wieder umgebaut, verändert, verfeinert und an die lokalen Bedürfnisse angepasst wurde – daraus entstanden verschiedene Instrumententypen, die sich durch unterschiedliche Systeme, Grössen, Form, Tonumfang und Spieltechnik unterscheiden.




English
Deutsch